Innovationen und Patente

KARL steht für Innovation und technologischen Fortschritt:
Wir versuchen unsere bestehenden Prozesse und Lösungen in allen Unternehmensbereichen kontinuierlich zu verbessern. So können wir neue Wege gehen und auf Trends flexibel reagieren.

Seit der Gründung des Familienunternehmens vor beinahe 50 Jahren wurden verschiedenste Patente angemeldet und zahlreiche innovative Lösungen für komplexe Projekte entwickelt. Innovationskraft und Einfallsreichtum sind wichtige Erfolgskomponenten für die KARL-Gruppe.

 

Innovative Abbruchmethode spart zehn Monate Bauzeit

Für den Abbruch der Erdberger Brücke an der Südosttangente in Wien entwickelte Günther Karl eine neue Abbruchmethode und verkürzt damit die Bauzeit für die Autobahndirektion ASFINAG um zehn Monate.

Startschuss für das Projekt war im April 2015 mit der Errichtung von Brückenunterstellungen. Im Anschluss wurde das Brückenmittelteil über den Donaukanal rückgebaut, welcher hierfür einige Tage gesperrt war. Ursprünglich war vorgesehen, hierfür ein Gerüst aufzustellen und den Rückbau von dort aus vorzunehmen. Stattdessen kam ein Spezialschiff, ein sogenanntes Pontonschiff, als schwimmende Arbeitsplattform zum Einsatz. Der Bauschutt wurde dabei direkt von auf dem Schiff platzierten Containern aufgefangen. Ein Statiker prüfte die neue Methode vorab auf ihre Umsetzbarkeit und gab grünes Licht. Durch diese unkonventionelle Vorgehensweise verringert sich die Bauzeit bis zur Fertigstellung um zehn Monate.

Die Schwierigkeiten dieses Vorhabens äußerten sich vor Ort: Der Wasserstand des Kanals war höher als erwartet und behinderte somit die Bauarbeiten. Um dieses Problem zu lösen, wurde der Aufbau der Containerunterstellung höhenmäßig umgebaut. Dadurch wurde ein Einfahren unter die Brücke möglich und die Arbeiten konnten im geplanten Zeitfenster durchgeführt werden.

Danach erfolgte der restliche Abbruch der Brücke zu beiden Seiten des Kanals. Dafür wurde die Ost-Autobahn A4 Anfang Mai für drei Tage komplett gesperrt. Durch den Einsatz modernster Baugeräte schritten die Arbeiten zügig voran und konnten innerhalb der genehmigten Sperrzeiten erledigt werden.

Die neue Methode bietet gleich mehrere Vorteile: Man spart nicht nur zehn Monate Bauzeit, sondern reduziert auch die Transportkosten durch die Verladung des Abbruchmaterials mit dem Schiff auf ein Minimum. Zudem wird das gesamte Material recycelt.

Derzeit findet der Abbruch des zweiten Teils der Erdberger Brücke statt. Die Abbrucharbeiten sollen bis Ende Januar abgeschlossen werden. Durch diese neue Abbruchmethode kann der Knoten Prater in Wien für die täglich 200.000 Autofahrer bereits zum Jahresende 2016 anstatt 2017 wieder freigegeben werden.

Erhaltung des Schiefen Turms von Pisa

Den Schiefen Turm von Pisa aufrechterhalten?
Das geht! Die Antwort kennt Günther Karl.

Er hat sich höchstpersönlich mit dem einsturzgefährdeten, jahrhundertealten Bauwerk beschäftigt und eine Methode entwickelt, wie der “Campanile“ gerettet werden kann.

Seine Lösung besteht aus insgesamt drei Schritten und ist seit 1994 beim Europäischen Patentamt in München als Erfindung anerkannt.

Zwei der vorgeschlagenen Maßnahmen wurden seither tatsächlich von den Italienern umgesetzt: Zunächst wurde das Ringfundament des Schiefen Turms vergrößert, um dadurch den alten Turmsockel zu stabilisieren.

Danach wurden feine, diagonale Bohrungen durch den Sockel durchgeführt, um so aufgrund der Neigung höherliegendes Erdreich vorsichtig heraus zu spülen. Durch diesen Abtransport von Erdmaterial kann der „Campanile“ wieder zurücksinken.

Dies ist auch geschehen und der Turm hat nach Umsetzung dieser Rettungsmaßnahmen seine Schiefe etwas verringert.

3, 2, 1 – weg!

Für den Abbruch eines Pellet-Silos der Regensburger Zuckerfabrik wendete die KARL-Gruppe erstmals ein von Günther Karl neu entwickeltes Verfahren an. In wenigen Schritten und weitgehend erschütterungsfrei konnte das Silo so umgelegt werden.

Das Zuckersilo in Regensburg war rund 60 Meter hoch und hatte einen Durchmesser von etwa 40 Metern. Um das Silo abzubrechen wurden folgende Schritte durchgeführt: Als erstes erfolgten, analog einer Sprengdurchführung, mit Hilfe von Abrisskugeln Ausbrüche am Fundament des Silos, bis nur noch ein ca. 8 Meter hoher Stützpfeiler übrig blieb. Der Clou dabei: Die Teilausbrüche und der Stützpfeiler wurden dabei so dimensioniert, dass sich bei der anschließenden Zerstörung des Pfeilers, der darüber liegende Teil des Pellet-Silos selbst umlegte – und zwar genau in die vorab definierte Zone.

Die Vorteile dieses Abbruchverfahrens liegen auf der Hand: Im Gegensatz zu einer Sprengung mussten keine Anwohner evakuiert werden. Zudem gab es auch keine Risiken für das Personal und umliegende bauliche Anlagen.
Groß- und Spezialabbrüche gehören zu den Kernkompetenzen der KARL-Gruppe.

Günther Karl ließ sich seine Erfindung auch patentieren und die KARL-Gruppe setzt ihre Methode seither regelmäßig bei komplexen Großabbrüchen ein.

Mehr Einsatzmöglichkeiten durch kreative Umbauten

Hinsichtlich der eingesetzten Baumaschinentechnik ist die KARL-Gruppe stets auf der Suche nach innovativen Lösungen. Um schwierige Projekte handelbar zu machen und die Maschinen besser an die Rahmenbedingungen auf den Baustellen vor Ort anzupassen, werden diese auch einmal umgebaut und kontinuierlich in der firmeneigenen Werkstatt optimiert.

Erweiterung einer Longreach-Funktion
So auch der auf der Bauma 2010 neu angeschaffte Cat Kettenbagger 365 CL: Für seinen ersten Einsatz bei einer Deponie wurde er so umgebaut, dass er als „Longreach“ eingesetzt werden konnte.

Der Ausleger des Kettenbaggers wurde verstärkt und anschließend wurde ein Auslegerstück des Cat Kettenbaggers 345 daran angepasst. So erweiterte sich die ursprüngliche Reichweite von 14 auf 18 Meter. Der kann seine Kraft so voll ausschöpfen und bleibt gleichzeitig genauso sicher im Stand wie vor der Veränderung.

 „Abbruch aus der Luft“
Diese Methode „Abbruch aus der Luft“ wurde bereits 1983 von Günther Karl entwickelt und seitdem bei zahlreichen Projekten in die Praxis umgesetzt wie beispielsweise beim Wiener Brauereiturm oder der Zahnradbrücke in Passau.

Diese Vorgehensweise wird bei Bauwerken eingesetzt, die nur noch gering belastet werden dürfen – ein Bagger hängt dabei an einem Autokran.