Rückbau der Gesa-Klinik, Freyung

Rückbau der Gesa-Klinik, Freyung


Ende Mai 2019 hatte die Karl-Gruppe von der Stadt Freyung die Gesa-Klinik zu einem symbolischen Preis gekauft und sich im Gegenzug verpflichtet, den Abriss des Objekts durchzuführen. Die Stadt benötigt das Gelände für die Landesgartenschau im Jahr 2022. 

Anschließend begann KARL mit den Entkernungsarbeiten und der Schadstoffsanierung in dem Gebäude. Unterschiedlichste Schadstoffe wie PCB oder KMFs wurden rückgebaut und fachgerecht entsorgt. Die vorbereitenden Rückbaumaßnahmen im Teilbereich A waren bis Ende August beinahe vollständig abgeschlossen, so dass ab Anfang September für diesen Gebäudeteil die maschinellen Rückbauarbeiten starten konnten. Parallel dazu erfolgte weiter die Demontage und Entsorgung von Schadstoffen in den anderen Gebäudeteilen. Bis Oktober war das Gebäude schadstofffrei.

Damit der Abbruch beginnen konnte, rollte zunächst der Bagger Kobelco SK 500 mit einem Einsatzgewicht von 51 to vor. Aufgrund dieses Schwertransports kam es nachts zu Straßensperrungen sowie zu einem kurzzeitigen Parkverbot, welches sich von der Geyersberg Bavaria Klinik bis zur ehemaligen Gesa-Klinik erstreckte. Hinzu kam später noch der größte Abbruchbagger von KARL: Der Liebherr 974 mit einem Ausleger von 43 Metern und einem Einsatzgewicht von 132 to. 

Damit der massive Betonkoloss mit ca. 83.000 m³ umbautem Raum innerhalb der vorgegebenen Zeit abgebrochen werden konnte, setzte die Karl-Gruppe zeitweise bis zu 8 Bagger, 1 Autokran sowie in Spitzenzeiten bis zu über 50 Mann ein. Auch die eigens von Karl kreierte Methode “Abbruch aus der Luft” wurde eingesetzt, um den Rückbau der Klinik zusätzlich zu beschleunigen. Dabei hing ein 12-Tonnen-Bagger an einem Autokran und nahm den Abtrag des Gebäudes von oben vor. Der große Gebäudeteil in Richtung der Geyersberg Bavaria Klinik wurde zum Schluss abgebrochen, damit diente dieser Abschnitt solange als Lärm- und Staubschutz für die benachbarte Klinik.

So konnte der oberirdische Rückbau um einiges schneller als gedacht – und zwar bis Mitte November – abgeschlossen werden. 

Derzeit befinden sich noch 35.000 Tonnen Bauschutt auf dem Gelände, welche gebrochen und anschließend als wiederverwertbares Recycling-Material eingebaut werden. Belastetes Baumaterial wurde bereits im Vorfeld bei den Demontage- und Entkernungsarbeiten entfernt, getrennt sortiert und fachgerecht entsorgt. So sollen An- und Abfahrbewegungen sollen durch intelligentes Massenmanagement möglichst gering gehalten werden. Dies stellt einen zeitlichen sowie logistischen Vorteil für die Baustellenabwicklung dar. Diese Vorgehensweise ist auch in ökologischer Hinsicht vorteilhaft, da unnötige Fahrbewegungen in und aus dem Gelände und damit Emissionen vermieden werden. 

Insgesamt war und ist es Ziel von KARL, den Abbruch durch verschiedene Maßnahmen so effektiv wie möglich zu gestalten, um die Bauzeit möglichst kurz zu halten.

Bis voraussichtlich Weihnachten werden die Arbeiten der Karl-Gruppe abgeschlossen sein.

Bildquelle: © KARL-Gruppe, Kagerbauer, Dietmar Manzenberger, unbekannt

Eckdaten:

Ausführungszeitraum: Juni 2019 – Dezember 2019
Gebäudehöhe: ca. 36 Meter
Umbauter Raum: ca. 83.000 m³ 
Personal- und Maschineneinsatz: zeitweise über 50 Arbeitskräfte und ca. 8 Bagger und 1 Autokran