Erdberger Brücke in Wien: Abbruch mit Spezialschiff

Abbruch Wien

Erdberger Brücke in Wien: Abbruch mit Spezialschiff


Für den Abbau der Erdberger Brücke an der Südosttangente in Wien entwickelte Günther Karl sen. eine neue Form des Abbruchs. Das Ergebnis: Der Knoten Prater kann rund 10 Monate früher und damit bereits Ende 2016 wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Bereits im April und Mai vergangenen Jahres wurde das erste Teilstück der Brücke abgebrochen. Derzeit findet der Abbruch des zweiten Teils der Erdberger Brücke statt. Die Abbrucharbeiten dauern noch bis Anfang Februar 2016 an.

Der zweite Bauabschnitt umfasste zunächst den Ausbau von Asphaltschichten und Abdichtungen bevor die Hauptarbeiten mit dem Abbau des Brückenteils über den Donaukanal begannen. Erschwert wurden die Arbeiten dabei durch die Vorgabe, dass keine Brückenteile in den 30 Meter breiten Donaukanal fallen durften. Gelöst wurde dies mit dem Einsatz eines Spezialschiffes als schwimmende Arbeitsplattform – die Betonteile wurden direkt vom Pontonschiff aufgenommen.

Anschließend fanden die Abbrucharbeiten des Brückenteils beiderseits des Donaukanals und über die beiden Autobahnen A4 statt, welche dafür vom 22. bis 24. Januar komplett gesperrt wurde. Die maximale Sperrzeit der A4 beträgt 43 Stunden – innerhalb dieser Zeit musste dieser Teil des Abbruchs abgeschlossen sein.

Dieses komplexe Abbruchprojekt erfordert nicht nur viel Personal, sondern auch schwere Maschinen: Neben 17 Baumaschinisten, 11 Baggern und 4 Radladern sind ein Pontonschiff, ein Spezialschiff mit 90 Metern Länge, sowie zwei Schubschiffe im Einsatz. So wird gewährleistet, dass die Arbeiten im vorgegebenen Zeitrahmen durchgeführt werden können.

Die neue Abbruchmethode bietet gleich mehrere Vorteile: Es konnte nicht nur die Bauzeit um zehn Monate verringert werden, sondern auch die Transportkosten konnten durch die Verladung des Abbruchmaterials mit dem Schiff auf ein Minimum reduziert werden. Zudem wird das gesamte Material recycelt.

Eckdaten:

Ausführungszeitraum: 2. Bauabschnitt Mitte Januar – Anfang Februar 2016
Auftraggeber: 
ASFINAG