Erdberger Brücke in Wien: Abbruch mit Spezialschiff

Abbruch Wien

Erdberger Brücke in Wien: Abbruch mit Spezialschiff


Für den Rückbau der Erdberger Brücke an der Südosttangente in Wien entwickelte Günther Karl eine neue Form des Abbruchs. Das Ergebnis: Der Knoten Prater konnte rund 10 Monate früher und damit bereits Ende 2016 anstatt wieder für den Verkehr freigegeben werden. Dieser Knotenpunkt wird täglich von 200.000 Autofahrern genutzt.

Startschuss für das Projekt war im April 2015 mit dem Abbruch des ersten Teilstücks der Brücke. Dabei wurden zunächst Brückenunterstellungen errichtet und anschließend das Brückenmittelteil über den Donaukanal rückgebaut, welcher hierfür einige Tage gesperrt war. Erschwert wurden die Arbeiten dabei durch die Vorgabe, dass keine Brückenteile in den 30 Meter breiten Donaukanal fallen durften. Gelöst wurde dies mit dem Einsatz eines Spezialschiffes als schwimmende Arbeitsplattform – die Betonteile wurden direkt vom Pontonschiff aufgenommen. Danach wurden die Brückenteile zu beiden Seiten des Kanals abgebrochen, wofür die Ost-Autobahn A4 einige Tage gesperrt war. Der zweite Bauabschnitt wurde Anfang 2016 umgesetzt und erfolgte von der Vorgehensweise analog dem Bauabschnitt I.

Dieses komplexe Abbruchprojekt erforderte nicht nur viel Personal, sondern auch schwere Maschinen: Neben 17 Baumaschinisten waren 11 Bagger und 4 Radlader, ein Pontonschiff (ein Spezialschiff mit 90 Metern Länge) sowie zwei Schubschiffe im Einsatz. So wurde gewährleistet, dass die Arbeiten im vorgegebenen Zeitrahmen durchgeführt werden konnten.

Die neue Abbruchmethode bietet gleich mehrere Vorteile: Es konnte nicht nur die Bauzeit um zehn Monate verringert werden, sondern auch die Transportkosten konnten durch die Verladung des Abbruchmaterials mit dem Schiff auf ein Minimum reduziert werden. Zudem wurde das gesamte Material recycelt.

Eckdaten:

Ausführungszeitraum: 2. Bauabschnitt Mitte Januar – Anfang Februar 2016
Auftraggeber: 
ASFINAG